Projektmanagement: Mensch und Organisation (Teil 2)

2.6 Widerstand gegen Veränderungen

 2.6.1 Entstehen von Widerständen gegen Reorganisation

Eine organisatorische Veränderung stellt in jedem Fall die bestehende Ordnung in Frage und bedeutet somit eine Gefährdung der Balance.

Meist gehen diese Veränderungen mit einer Überbetonung des thematischen / aufgabenbezogenen Aspekts des Dreiecks und der Vernachlässigung der übrigen Faktoren einher!

Diese Überbetonung einer Seite des Dreiecks führt in der Interpretation des Mitarbeiters zu einer „Bedrohung“ der anderen Aspekte, die ihm jedoch ebenfalls wichtig sind: Es kommt zu einer spontanen Widerstandsreaktion gegen die Veränderung.

 2.6.2 Formen des Widerstandes gegen organisatorische Veränderung

Widerstand der Mitarbeiter kann in sehr unterschiedlicher Form auftreten. Wie sich dieser Widerstand dann in der Realität tatsächlich äußert, hängt von vielen Faktoren wie z.B. der Unternehmenskultur,  der Wichtigkeit der Angelegenheit  für den  Einzelnen oder auch der wirtschaftlichen und Arbeitsmarktsituation ab. So ist in Zeiten starker wirtschaftlicher Depression das völlige Ausbleiben kritischer Kommentare noch keine Gewähr für die Akzeptanz von Maßnahmen!

Häufig ist das jeweilige Verhalten jedoch  nicht  gleich  als  Widerstand  zu  identifizieren. Organisatoren und Berater müssen mit „geschärften Sinnen“ diese Verhaltensweisen wahrnehmen und ihre Ursachen erkennen.

Zu  beachten ist dabei, dass  der  Organisator aus  der  Beobachtung  vereinzelt auftretender Verhaltensweisen nicht verallgemeinernde, vorschnelle Schlüsse zieht. Widerstand sicher zu erkennen setzt voraus, dass wir aus der Addition vieler Beobachtungen die wichtigen herausfiltern und dadurch den richtigen Gesamteindruck bekommen.

2.6.3 Ursachen für Widerstände: Bedrohte Bedürfnisse

Gleichgültig, welche Form der Widerstand annimmt – letztlich sind die Ursachen für Widerstände verborgen in  verschiedenen individuellen  und / oder sozialen  Bedürfnissen, die  durch  die Veränderung möglicherweise bedroht werden.

Bezogen auf den einzelnen Mitarbeiter gibt es keine Möglichkeit, zu Beginn der Reorganisation vorher zu sagen, welche Veränderung bei ihm oder ihr in welcher Form welches der Bedürfnisse eventuell verletzen könnte.

Zur Erinnerung:

  •   Die Ursache von Widerständen sind bedrohte oder tatsächlich verletzte Bedürfnisse
  • Die Bedürfnisse können beim Einzelnen im Lauf der Zeit Veränderungen unterworfen sein
  • Diese Bedürfnisse sind von Mitarbeiter zu Mitarbeiter unterschiedlich
  • Widerstand kann sich in sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen ausdrücken

2.6.4 Mit Widerständen umgehen

Mit Widerständen umgehen bedeutet für den Organisator in erster Linie, den Widerstand als solchen ernst zu nehmen und zu akzeptieren. Widerstand ist die Reaktion auf die Bedrohung von Bedürfnissen oder schlechte Erfahrungen, die die Mitarbeiter bei vergangenen Veränderungen gemacht haben (und nur in Ausnahmefällen die Marotte notorischer Nörgler).

Aus diesem Verständnis von Widerstand ergibt sich folgendes Vorgehen für Organisatoren und Berater:

In Teil 3 unseres Artikels „Mensch und Organisation“ geht es um die Gestaltung von Aufgaben!

 

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